Löwenzahnhonig selber machen - So geht's!

Eigentlich ist die Bezeichnung "Löwenzahnhonig" ja falsch, denn es ist kein richtiger Honig. Im Prinzip ist es eine Art dicker Sirup aus Löwenzahnblüten - der aber wie echter Honig schmeckt. 

Löwenzahnhonig ist gesund

Auch wenn im Löwenzahnhonig die klassischen Honig-Inhaltsstoffe fehlen, ist er dennoch gesund (mal abgesehen von dem darin enthaltenen Zucker).  

 

Der Löwenzahn ist eine sehr wertvolle Pflanze, die eine blutreinigende Wirkung hat und sich gut für eine Frühjahrskur eignet. Die Pflanze regt Verdauungsorgane, Niere und Blase an - dadurch werden alte Schlacken ausgeschieden.

 

Sowohl Blätter, Blüte als auch Wurzel können verwendet werden. Ein Löwenzahntee oder eine Tinktur ist sogar am wirksamsten, wenn sie aus allen drei Pflanzenteilen besteht.

 

Löwenzahnblätter (am besten die kleinen) eignen sich perfekt für Salate oder Pestos. Aber Achtung, nur in kleinen Mengen verwenden, denn sie sind ziemlich bitter!

 

Aus den Wurzeln lässt sich ein angeblich leckerer Kaffee herstellen, das muss ich allerdings erst noch ausprobieren.

 

Last but not least: Die Blüten bescheren uns den wunderbaren Honig-Ersatz.

Löwenzahnhonig - das Rezept

Eigentlich bin ich mit dem Rezept ja sehr spät dran, denn die Löwenzahn-Blütezeit ist schon fast vorbei. Bei uns auf 1000 Metern Seehöhe sind die Wiesen aber noch voll mit dem schönen, gelben Löwenzahn - wenn es also bei euch schon Pusteblumen gibt, dann macht einfach einen Ausflug in die Berge.

 

Zutaten:

Zwei Handvoll Löwenzahnblüten (bei Sonne gepflückt, die Stengel entfernen - sonst wird der Honig bitter)

1 Liter Wasser

1/2 unbehandelte Zitrone, in Scheiben geschnitten (alternativ funktioniert auch der Saft einer Zitrone)

1 kg Zucker

 

Zubereitung:

1. Löwenzahnblüten waschen, mit Zitronenscheiben im Wasser aufkochen und 12 Stunden lang zugedeckt stehen lassen.

2. Blüten und Zitrone abseihen und ausdrücken.

3. Zucker zum Saft geben und 2-3 Stunden ohne Deckel ganz leicht köcheln lassen, immer wieder umrühren.

4. Wenn der Löwenzahnhonig fertig ist (er sollte im kalten Zustand leichte Fäden ziehen) in saubere Gläser abfüllen.

5. Abkühlen lassen und genießen (am besten auf unserem 5-Minuten-Vollkornbrot)

Mein Erfolgsgeheimnis zum perfekten Löwenzahnhonig

Bei mir hat das mit dem Löwenzahnhonig erst beim dritten Versuch geklappt, und auch andere Leute haben damit ihre Schwierigkeiten. Damit euch eine Enttäuschung erspart bleibt, habe ich hier meine Erfahrungen zusammengefasst:

 

--> Beim ersten Mal (letztes Jahr) habe ich den Löwenzahnhonig zu lange einkochen lassen und die Stengel nicht sauber entfernt, sodass er ganz dunkel, relativ fest und etwas bitter wurde. Er hat aber trotzdem ganz gut geschmeckt. 

 

--> Vor ein paar Tagen habe ich den zweiten Versuch gestartet - und den Sirup zu stark köcheln lassen. Nach einer halben Stunde hat der Zucker zu kristallisieren begonnen. Das Ergebnis war ein steinhartes Löwenzahn-Zuckergemisch, das ich fast gar nicht mehr aus den Gläsern bekommen habe. Unbedingt vermeiden!!!

 

--> Aber aller guten Dinge sind drei - vorgestern hat's dann endlich geklappt. Das Geheimnis ist, den Löwenzahnhonig wirklich nur MINIMAL köcheln zu lassen (ein paar kleine Bläschen dürfen sein), und dann genau im richtigen Moment vom Herd zu nehmen.

 

Bei mir hat es gute 2 Stunden gedauert, bis der Honig fertig war. Auf meinem Induktionsherd hat die Stufe 4 (von 12) gereicht.

 

Gegen Ende der Kochzeit (ab ca. 2 Stunden) heißt es dann aufpassen. Irgendwann wird die Flüssigkeit etwas zäher und bekommt eine dunklere Farbe (wie Waldhonig). Wenn der Honig im erkaltetem Zustand leichte Fäden zieht und dickflüssiger wird (zur Probe einen Löffel Honig auf einen Teller geben), kann er in Gläser abgefüllt werden. Beim Erkalten sollte der Honig dann die perfekte  Konsistenz bekommen. 

 

Es gehört auf alle Fälle ein bisschen Fingerspitzengefühl dazu, und vielleicht klappt's auch beim ersten Mal noch nicht - aber es ist einen zweiten Versuch definitiv wert!

 

Bert und Niklas lieben Honigbrot zum Frühstück und sind von meinem Löwenzahnhonig begeistert. Damit ich auch ein paar Gläser verschenken kann, habe ich gestern gleich eine neue Partie Löwenzahnhonig aufgesetzt, die gerade munter vor sich hinköchelt. Und ich glaube, morgen geh ich nochmals Löwenzahn pflücken - denn bald ist ja auch bei uns die Saison vorbei!

 

Habt ihr den Löwenzahnhonig ausprobiert oder noch andere Tipps? Dann hinterlasst gerne einen Kommentar!

 

 

Alles Liebe und bis bald, Martina

PS: Viel Spaß und Erfolg beim Nachmachen!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0